Reiseprospekt auf zwei Beinen

“Ich weiss nicht ihren Namen,
Ich weiss nicht wie sie hiess,
doch Fehmarn diese Insel,
ist laut Ihr nicht mies,
Doch will nicht nach Fehrmann,
dort ist die Gefahr zu gross,
wer einmal da hingeht,
kommt nicht wieder los.”
(Ronny Schimura – Fehmarn)
Die Vorgeschichte ist kurz erzählt.
Kevin-Cedric machte einen Auftritt in der nördlichen Region unserer wunderschönen Republik klar.
Ich fuhr morgens hin, lieferte ab und wollte gemächlich mit der Bahn zurück ins wunderbare Wanne-Eickel fahren.Nicht so schlecht.
Doch hätte ich gewusst, dass nur wenige Plätze neben mir die Dame von der Insel Fehmarn sass, wäre ich lieber per Anhalter gefahren oder hätte mich bei einer seiner zahllosen Deutschland-Wanderungen auf den Rücken Joey Kelly´s tragen lassen.
Denn die Reise zur Mutter nach Kleve (80. Geburtstag), war anscheinend nur ein vorgeschobener Grund, um virale Werbung für die schöne Insel Fehmarn zu machen und so zog sie ein Programm ab, welches auch auf einem Reiseverkaufssender hätte laufen können.
Getreu dem Motto “Wer einmal Fehmarn besucht, kommt immer wieder”, möchte ich Euch folgende wichtige Verbraucherinformationen nicht vorenthalten:
  •  Nach Fehmarn ist sie 1988 gezogen und will seitdem nicht mehr weg (der Liebe wegen).
  • Auf Fehmarn leben 12.000 Einwohner
  • Fehmarn ist über eine Brücke erreichbar und nicht nur per Fähre
  • Dadurch fallen Inselzuschläge bei Bestellungen weg
  • Auf Fehmarn darf dementsprechend auch mit Autos gefahren werden
  • Es gibt Ärzte, Schulen und Krankenhäuser auf der Insel
  • Einmalig in Deutschland: Die Gäste in der Kurklinik bekommen kein Zimmer, sondern eine Ferienwohnung
  • Der Südstrand ist einer der schönsten Strände überhaupt. Da hat man die perfekte Sonne!
  • Im Sommer gehen die Einheimischen schon morgens um 7.00 Uhr in den Supermarkt, da zu der Zeit 40-60.000 Touristen auf der Insel sind.
  • Kinder von Städtern lernen auf der Insel Fahrrad fahren und andere Dinge, die sie in der Stadt nicht lernen.
  • In Deutschland hat man alle 2 Jahre Recht auf eine Mutter/Kind-Kur
  • Der kleine Addi (ihr Sohn) hat früher im Sommer nie Schuhe getragen und war den ganzen Tag am Strand. Das hat sich bis heute nicht geändert.
  • Erst auf der Insel lernen viele erst, was Ruhe bedeutet. Man muss nicht den ganzen Tag das Handy anhaben und bei Facebook mit Leuten in Alaska und Russland sprechen
  • Wenn man mit dem Fahrrad einmal um die Insel will, muss man 78,4km zurück legen

Verkehrt lesen ist auch doof

Freunde!

Nachdem der “Bei Ulla”-Blog ja nun auch schon ein paar Tage Geschichte ist und trotzdem immer wieder neue Leute auf diese Seite ströhmen die die ganzen Einträge quasi rückwärts lesen, hat das Management entschieden, Übersichtsseiten für den Blog einzuführen. Im Menü da oben seht Ihr jetzt zwei neue Kategorien mit den beiden von mir verfassten Erlebnisberichten.
Wenn Ihr drauf klickt, könnt Ihr dann von dort aus direkt zu den einzelnen Einträgen springen ohne Euch mühselig durch die Berge meiner lyrischen Ergüsse zu quälen.

Immer an den Fan denken

Euer
Ronny

Eintrag 13 – Das ist das Ende

“Was ich im Leben tat
das war bestimmt
nicht immer richtig

Ich nahm
was ich bekam
und nahm manches
nicht so wichtig

Wenn ich
auch ganz gewiss
mich nicht von Schuld
und Schwächen frei seh?

Verzeih´n Sie
wenn ich sag
I Did It My Way”
- Harald Juhnke

Aus, Aus, Aus!
Deutschland wird vielleicht, eventuell oder bestimmt Weltmeister, doch meine Zeit im Einzelhandel ist vorbei.

Das war vielleicht was.
Den ganzen morgen verbrachte das “3 Engel für Ulla”-Team damit, die Schäden vom Vorabend zu beseitigen.
Was gestern im dunkeln, im Adrenalinrausch und nach einigen Bieren und Schnäpsen noch aussah wie ein netter Umtrunk in der Nachbarschaft, glich heute morgen einem Schlachtfeld.
Bernd hatte sich gar nicht erst die Mühe gemacht nochmal nach Hause zu gehen und schlief direkt im Hinterzimmer und Kevin-Cedrick schlief mal wieder auf meiner Couch.
Dürfte das 1000. Mal gewesen sein. Vielleicht kaufe ich ihm dafür irgendwann mal einen Strauß Blumen. Vielleicht auch erst beim 2500. Mal. So wie es in seiner Ehe läuft, dürfte das ja bald der Fall sein.

Jedenfalls kosteten wir heute früh dann die Schattenseiten des Ruhms.
Unser schönes 39,95 EUR Pavillion war ein klarer Fall für die Tonne (Herr Winter wollte im späteren Verlauf des Abends noch zeigen, wieviele Klimmzüge er kann), die Strasse war voller Scherben und irgendwer hat uns auf den Kaugummiautomaten gekotzt.
Kurz gesagt: Ein gelungener Abend!

Gegen ca. 14:00 Uhr waren wir dann fertig mit den aufräumarbeiten und als wir uns bei einem Konterbier gerade auf die grosse Bundesligakonferenz auf WDR2 einstimmten, war sie da.

Die Stille…. die Stille die man sonst nur aus Saloons kennt, wenn der Fremde zum ersten Mal in die Stadt kommt.
Wie in Zeitlupe drehten wir unsere Köpfe Richtung Tresen und da stand sie.
Gebräunt wie es altes Leder nur gebräunt sein kann, sahen wir  im Gegenlicht nur die Silhouette.
Einer Frau, die wusste was sie wollte und es für gewöhnlich auch bekam.
“Jungs, Schichtwechsel!”

ENDE

Eintrag 12 – Abschlusskonzert

Das war es also, unserer grosses “Bei Ulla”-Abschlusskonzert.

Während der Vormittag mit gemischten Tüten, Mettbrötchen, Filterkaffee und den obligatorischen Korn/Sprite-Mischungen für die Rentner noch vor sich hinplätscherte ging es ab dem frühen Nachmittag so langsam rund.

Stübchen, also Bernd, kam vorbei um uns die Tresenarbeit abzunehmen und KC und ich bauten routiniert eine Soundanlage, Stehtische und ein Pavillion auf und dekorierten das Büdchen.

Noch um 18:00 Uhr hätte niemand ortsfremdes gedacht, dass hier nun bald das Konzert des Jahres stattfinden sollte und ich begann langsam mir Sorgen zu machen.
Vor leeren Rängen in einem Autohaus spielen ist die eine Sache, Gage ist Gage, aber daheim will man schon mitnehmen was geht.
Ab halb 7 trudelten dann aber auch die Leute ein und während die treue Seele Bernd routiniert die Leute mit harten und weichen Getränken versorge, schworen wir uns im Hinterzimmer auf das Konzert ein.
Traditionell verzichteten wir dabei auf so Spielereien wie einsingen und Klangduschen, sondern prosteten uns nervös mit kalten Bierdosen auf die letzten beiden Wochen zu.
Es war, bis hierhin, ein hartes und ungewohntes Stück Arbeit.
Auch wenn es meist Spaß machte, sind Künstlerseelen wie wir einfach nicht für
die Arbeit geschaffen.
Ein freier Geist braucht Raum, den Geruch der Strasse und ein Publikum.
Das war mir in dem Moment klar.

Um viertel vor sieben ging KC dann nach vorne um das Publikum elegant mit seinen Ansagen einzupeitschen. Auch wenn er sonst gerne den Manager vom Typus Gordon Gekko gibt, war das heute was besonderes für ihn. Das merkte man sofort.
Als ich dann nach vorne kam, schaute ich bei kühlem Nieselregen in gut drei dutzend strahlende Gesichter, die unterhalten werden wollten.

Klar, drei dutzend. Das klingt erstmal nicht nach viel.
Doch es waren ausschliesslich Leute aus der Nachbarschaft.
Gesichter, die ich schon kannte, als sie noch nicht von harter Arbeit, Alkohol und dem Nachmittagsprogramm zerstört wurden. Gesichter, die Geschichten erzählten. Meist die, von grossen, aber letztlich unerfüllten Träumen.
Lange Rede, kurzer Sinn. Es war MEINE Nachbarschaft.
Eine Nachbarschaft, die ich nicht eintauschen möchte.
Mit jedem zweiten von Ihnen habe ich mindestens eine Geschichte erlebt, die ich hier nicht wiedergeben kann, weil es sonst rechtliche Konsequenzen hätte.

Ruhrgebietslokalromantik pur lag also in der Luft und so stieg ich auf die aus Europaletten zusammengeschusterte Bühne (mehr eine kleine Erhebung) und tat das was nunmal mein Handwerk ist.

Zwei Stunden rackerte ich mich auf der Bühne ab, ich gab den Jagger-Hahn, den Mercury-Arm, die obligatorische Schlagerfaust (von Rost war nichts zu spüren) und beim Moonwalk hätte ich mir fast die Haxen gebrochen.
Bernd kam derweil ordentlich ins Schwitzen und gab Bier um Bier aus. Euphorisch spendete KC sogar eine ganze Kiste Pilsbier für das Publikum und sogar Beate (mit der ich nun nicht gerechnet hätte), liess anscheinend ihre Antipathie heute daheim.
Als ich dann nach zwei Zugaben endlich fertig war, blieben einige Leute noch eine ganze Weile an der Bude und es wurde noch bis tief in die Nacht das ein oder andere Loblied auf unsere Nachbarschaft gesungen.
Morgen dann nochmal aufräumen und hoffen, dass wir fertig sind, bevor uns Ulla die Hammelbeine lang zieht.

Ich weiss, normalerweise seid ihr von mir spitzzüngigere Einträge in diesen Blog gewohnt, aber Wanne-Eickel kann man nicht erklären. Wanne-Eickel muss man fühlen!

Eintrag 11 – Lampenfieber

Heute teilte mir Manager Winter mit, dass es am morgigen Freitag das grosse Abschlusskonzert vor der Bude geben wird.
Da hockt man hier zwei Wochen hinterm Tresen rum und dann das.
Er hätte ruhig mal früher was sagen können.
“Mensch Ronny, so ein Heimspiel machst Du doch mit links.”

Teils richtig.
Klar, als alter Show-Veteran der schon hunderte Male durch die Stahlbäder Möbelhaus und Strassenfest gegangen ist, kenne ich natürlich so einige Kniffe, aber da die letzten Monate eher eine kreative Schaffenspause waren (Adventszeit und Jahresanfang) ist das gar nicht mal so leicht.
Fußballtrainer würden sagen: “Er braucht Spielpraxis.”
Und dann gleich ein Heimspiel vor dem Wanne-Eickler Heimatpublikum.
Geachtet von Künstlern in ganz Deutschland, aber auch gefürchtet als wankelmütiges Operettenpublikum, dass keine Aussetzer verzeiht und gnadenlos sein kann, wenn es mal nicht so läuft. Vermutlich einer der Hauptgründe, warum die Leute meist lieber in Herne als hier auftreten.

Mein Zustand ist der Jahreszeit entsprechend.
Mein kleines Bäuchlein hat sich zu einem “Jan Ullrich im Winter”-Gedächtnisholstenhöcker entwickelt und bei meiner Stimme habe ich in den letzten Wochen auch eher die rauen Töne geschult. So wie sich das für einen stellvertretenden Kioskbetreiber halt gehört.

Das Programm des Tages hiess also: Fit in 36 Stunden!
Also hab ich erstmal einen Dauerlauf durchs Viertel gemacht, bei der mir eine Kinderschar folgte, habe ein halbes Schwein zu Mett geprügelt und stand jubelnd vor dem Hauptbahnhof, unterlegt vom Lieblingslied aller grossen Underdogs. “Eye of the Tiger” von Survivor. Ein zeitloser Klassiker. Was im übrigen auch für die Frisuren der Protagonisten im Video gilt.

Dann waren die 3:02min. die das Lied braucht allerdings rum und meine Tagträume lösten sich in Luft auf.

Was also tun?
Habe ich die Texte noch drauf?
Und was sagt meine Hand?
Klappt die Schlagerfaust noch?
Wo habe ich nochmal meine Bühnenoutfits über den Winter hingelegt?
Und warum eigentlich so panisch?
Bisher ist es am Ende noch immer gut gegangen!

Also eines nach dem anderen.
Als erstes bin ich hoch in meine urige Dachgeschosswohnung und habe mein Bühnenoutfit rausgesucht.
Dannach haben KC und ich ein Programm zusammengestellt, denn das Standardprogramm wollten wir am Ende unserer Schaffenszeit in der Bude unserem Publikum nicht bieten.
RS: “Wie sieht das eigentlich mit der Technik aus?”
KC: “Alles geplant. Wird sich morgen früh drum gekümmert. Dann können wir noch
´n Soundcheck machen und um Achtzehnhundertachtundvierzig geben wir der Stadt ein Konzert, wie sie es noch nicht erlebt hat!”

Wie sollte sie auch?
Abgesehen von der Cranger Kirmes, gibt es bei uns ja auch keine grossen Möglichkeiten, bei denen man sich Konzerte ansehen kann.
Bei aller Bescheidenheit: Ein Konzert von Ronny Schimura ist da schon eine Sache, von denen man seinen Kindern noch erzählen wird.
So wie das Konzert von Frank Zander auf dem Westerholter Strassenfest, Ende der 90er Jahre oder der Auftritt von Echt bei den Ruhrfestspielen (die Geschichte mit der Flasche, die Älteren werden sich vielleicht noch daran erinnern).

Gut, er hatte mich mal wieder.
Kevin-Cedrick Winter, Du alter Menschenfänger…

Eintrag 10 – Familienbesuch

Dieser Bericht wurde auf Drängen meines Managements leider zensiert.

Heute war KC´s Famile zu Gast bei uns.
Also nicht Ulla, die ist ja immer noch in der Kur, sondern seine ✿✿✿✿✿✿✿✿✿✿ Frau Beate mit den beiden kleinen ✿✿✿✿✿✿✿✿✿ Patti und Dan.
Ich mag ja liebe Kinder, aber die beiden sind nun wirklich eine Wucht ✿✿ ✿✿✿✿✿✿ ✿✿✿ ✿✿✿ ✿✿✿✿✿✿ ✿✿ ✿✿✿✿✿✿✿. Selten habe ich solche ✿✿✿✿✿✿✿✿✿ ✿✿✿✿✿✿✿✿✿ gesehen.
Bitte und danke kennen die ✿✿✿✿. Benommen haben sie sich ✿✿✿ ✿✿✿ ✿✿✿✿✿✿ ✿✿✿✿✿✿✿✿. Wenn das meine Kinder wären, würde ich ✿✿✿✿✿ ✿✿✿ ✿✿✿✿✿✿✿✿✿✿ ✿✿✿✿✿✿✿✿ ✿✿✿✿✿✿ sie mit Liebe überschütten.
Mit erhobener Faust würde ich sie ✿✿✿✿✿✿✿✿✿ ✿✿✿ ✿✿✿ ✿✿✿✿ ✿✿✿ ✿✿✿✿✿ ✿✿✿✿ verteidigen.
Ob die sich bei Ulla auch so ✿✿✿✿✿✿✿✿✿ benehmen?
Es wäre ihrem armen Herz echt ✿✿✿✿✿ zu wünschen.

Und bei Beate schlägt jedes Mal  ✿✿✿ ✿✿✿ mein Herz schneller. Da fragt man sich: Wie konnte der gute Kevin denn so eine ✿✿✿✿, ✿✿✿✿✿✿✿✿, ✿✿✿✿✿✿✿, ✿✿✿✿✿, ✿✿✿✿✿✿✿, ✿✿✿✿✿✿ ✿✿✿ ✿✿✿✿✿  abkriegen?
Das wünscht man ihm echt ✿✿ ✿✿✿✿✿ ✿✿✿✿.
Äusserlichkeiten sind das eine, da hat KC echt ✿✿✿✿ den Hauptpreis gewonnen.
Mr. Bombastic ist ja ✿✿✿ ✿✿✿✿ ✿✿✿✿ Herr Winters Spitzname.

Aber innerlich?
Ein Benehmen wie ein ✿✿✿✿✿✿✿✿✿✿ Gott, ✿✿✿✿ ✿✿ ✿✿✿✿, ✿✿✿✿ ✿✿ ✿✿✿✿✿. Ich bin auch ✿eine grosse Leuchte, aber sie stellt alles in den Schatten.
Anstand und Benehmen sind für sie anscheinend a✿✿✿✿✿✿✿ und ✿✿o✿✿✿✿✿ ✿✿✿✿✿✿✿✿✿.

Sie hat doch allen ernstes KC heute ✿✿✿ ✿✿✿✿ ✿✿✿ ✿✿✿✿ was heiss gemacht. Als ober es es nicht schon schwer genug hätte. Sie denkt ✿✿✿ an ihn und das er sich hier in der Bude den Arsch abrackert weiss sie echt ✿✿✿ ✿✿✿✿✿ ✿✿✿✿✿ zu würdigen.

So! Das musste mal gesagt werden. Jetzt geht es mir besser.
Manchmal tut es gut, einfach nur Dampf abzulassen!

Eintrag 9 – Sondereinsatz im Bademantel

Die Polizei war zu Gast in unserem Hause.
Nicht, um sich ´ne gemischte Tüte für´n Euro zu kaufen, sondern weil
uns gestern Nacht die Bude ausgeräumt wurde.

Aber eines nach dem anderen.
Um viertel vor 6 klingelte Stübchen-Bernd mich aus dem Bett und war ganz aus dem Häuschen, da jemand in den Kiosk eingebrochen ist.

Noch im Bademantel und in Puschen ging ich natürlich sofort runter, wo dann auch
nach wenigen Minuten die Polizei kam, denn Fall aufnahm und wieder ging.
Habe eigentlich mit ´nem ganzen CSI-Team mit Spürhunden und den ganzen Kram gerechnet.
Gabs aber nicht.
Der Chefermittler trug nichtmal eine Sonnenbrille oder hatte orangene Haare.

An Waren wurde nur wenig geklaut, soweit ich es überblicken kann eine Kiste Bier, 2 Flaschen Ouzo und ein Nogger. Beim Bier kann es aber auch sein, dass wir zumindest einen Teil davon gestern nach Feierabend selbst weggemacht hat.
Viel schwerer wiegt, dass wir ein neues Türschloss benötigen und die die KC´s guten, alten MP3-Player mitgehen gelassen haben, auf den wir gestern bei der Bierrunde ein paar Songideen aufgenommen haben.
So ein Ärger.

Das neue Album scheint echt verflucht zu sein. Jedes Mal, wenn wir gute Ideen, Aufnahmen oder ein Cover Artwork haben, passiert irgendwas und vernichtet die Ergebnisse unserer kreativen Arbeit.

Aber Schwamm drüber, bislang komme ich ja mit den bisher geleisteten Sachen noch irgendwie über die Runden und ein kreativer Kopf braucht Raum.

Gegen 10 tauchte dann auch mal Kollege Winter auf und tat ganz aufgeregt.
Als ob es ihn wirklich jucken würde. Die Bude wird zwei Mal im Jahr geknackt und
so wie ich die gute Ulla kenne, streicht sie sich lieber die Kohle von der
Versicherung ein, als mal Geld in eine ordentliche Tür zu investieren.

Stübchen-Bernd blieb dann heute auch mal was länger.
Kein Wunder, denn auf den Schrecken musste erstmal beim Frühschoppen Kriegsrat abgehalten werden.
Früher als er noch eine Kneipe in Eickel hatte, hat er irgendwann mal Einbrecher
auf frischer Tat ertappt und sie mit ´nem Fleischklopfer in die Flucht geschlagen. Glaube ich ungesehen.

Damals… kamen auch einmal im Jahr die Leute von den Zigaretten-Firmen und haben mit Spachteln bewaffnet Spachtel das frische Nikotin von den Wänden gekratzt um es zu analysieren oder weiterzuverarbeiten und das PayTV hat auch noch keine Razzien gemacht, ob man ein normales Abo oder ein Wirtsabo hat.
Und morgens wurde man schräg angeschaut, wenn man in der Frühstückspause kein Stösschen Pils getrunken hat.
Ob er da wohl seinen Mettbrötchenmeister gemacht hat?

Unser Stübchen-Bernd… ich hoffe er bleibt unserem Büdchen noch lange erhalten.