Eintrag 3 – Was wollen wir trinken

Krieg, Ausnahmezustand, Tropenholzklau, Guanatamo!
Das waren die ersten Begriffe, die mir heute Nacht durch den Kopf gingen.

Normal haben KC und ich auf Tour ja immer Einzelzimmer, aber jetzt haben wir ein Doppelzimmer (King-Size Bett) und für die Geräusch-Exzesse, die Herr Winter hier nachtsüber veranstaltet, müsste er eigentlich einen Prozess in Den Haag bekommen.
Mit Menschenrechten ist das jedenfalls nicht vereinbar.
Es erklärt aber recht plausibel, warum seine Frau, aussieht, wie… naja, wie sie aussieht.
Ehrlich, RTL-Vormittagsprogramm ist da noch eine wohlwollende Beschreibung.

Ich glaube es wird hier nicht gerade die Tour, wo er als Managergott auffallen wird.
Vor Ort regelt seit gestern Murad alles und KC beschränkt sich darauf, die örtliche Spirio,Spiriu Schnapslandschaft zu erkunden “Ich muss da Kontakte knüpfen..”
Glaube aber , er hat auch noch anderes im Sinn, denn sein Urlaubsmotto lautet “Alles was weiter weg ist als 50km von der Alten ist kein fremdgehen”.
Wenn man mal drüber nachdenkt, kein schlechter Weg, peinlichen Situationen aus dem Weg zu gehen.
Ob seine Frau auch so denkt und gerade fern in der Heimat sich in einem im Gelsenkirchener Barock ausgestatteten Swingerclub die Decke anschaut oder am Wochenende die laue Frühlingsabendluft auf einem Parkplatz verbringt?
Immer in der stillen Hoffnung, am anderen morgen nicht neben einem Mann aufzuwachen, der mit seinem schnarchen auch das gute, alte Ruhrstadion akustisch zu füllen vermag.

KC gibt sich jedenfalls bei der Damenwelt alle Mühe, spielt gerne den grossen Max und holt den Damen gerne Getränke. Lieblingssatz “Darf ich Dir einen ausgeben, schöne Frau? Ach… All Inclusive… HÄHÄHÄ”.
Erfolg hatte er bislang nicht, aber man kann ihm im Laufe des abends zusehen, wie er sich die Damen schön trinkt.
Erst versucht er es bei den attraktiveren Geschöpfen um dann mit jedem Getränk Sprosse um Sprosse an der optischen Leiter herabzusteigen.
Würde der treue Murad während der Konzerte nicht ein Auge auf ihn haben, würde er zu Beginn Probleme mit russischen Sugar-Daddys bekommen oder minderjährige Engländerinnen angraben und am Ende des abends irgendwo
mit einer rüstigen Rentnerin am Strand landen.

Das ich alleine heimfliege, während KC hier irgendwo im Knast sitzt, ist schon so gut wie sicher.
Offen ist nur die Frage, wie es geschehen wird.
Junge Engländerin?
Unzucht in der Öffentlichkeit (Strand) mit einer vermutlich viel zu alten Frau?
Oder doch der Klassiker: Alte Steine im Koffer?
Ich sehe mich jedenfalls schon bei Stern TV, um mit dem Herrn Aushilfs-Jauch über sein Schicksal zu reden.
Vielleicht sollte ich dann auch ein Buch schreiben “Keven C. – Im Knast ohne Teppich”.
Wäre doch ein guter Titel!

Eintrag 2 – Der lustige Rentner

“Punkt Nullneunhundert wird angetreten” waren gestern die letzten Worte von Colonel Winter.
Pflichtbewusst habe ich mich dran gehalten, man will ja keine Wolken im Paradies.
KC kam aber erst gegen halb Zwölf aus unserem Zimmer gekrochen und brabbelte einen Brei bei dem ich nur Jetlag, Zeitumstellung und billigen Fusel mitbekommen habe.
Egal, so habe ich den Vormittag am Pool mit aklimatisieren verbracht und mir Land und Leute angeschaut.
Also eigentlich nur die Leute.
Dabei habe ich die Feststellung gemacht, dass man sehr schnell lernen kann, aus welchem Land die Leute eigentlich kommen.
Deutsche: Bildzeitung und Pils sind die perfekte Mischung für ein ausgewogenes Frühstück. Das gefällt der Lederhaut!
Russen: Edel geht die Welt zugrunde und wenn es Erdbeeren für lau gibt, dann gerne mal eine doppelte Extraportion. Auch gern gesehen: Alter Sack und junge Frau in Pumps.
Briten: Jogginganzug am Pool. Warum auch nicht?
Franzosen: Wenn erlaubt, dann gerne oben ohne.

Um Sechszehnhundert fand dann eine kurze Besprechung mit Road-Manager Murad auf dem Programm.
Eigentlich sagte er uns kurz, dass er uns am jeweiligen Abend mitteilen würde, wann er uns am nächsten Tag abholen würde und was im jeweiligen Hotel gewünscht sei.
Für den heutigen abend stand dann ein Gig in einem nahgelegenden Bau statt. Zielgruppe: Deutsche Rentner.
It´s your Heimspiel.

Dabei ist mir aufgefallen:
Nicht die Menschentraube an der Bühne spiegelt den Erfolg wieder, sondern die an der Theke, denn eine eherne deutsche Regel alter Väter Sitte, die vor allem im Urlaub gilt, besagt:
”Tanzen erst ab acht Bier und drei Kurzen!”

Eintrag 1 – Über den Wolken

… muss die Freiheit wohl grenzenlos sein, sang einst Reinhard Mey und es ist fraglich, ob dieser jemals in einem Touristenbomber sass.
Vermutlich ist er eher der Typ Wandergeselle, der nur mit der Kleidung am Leib und seiner Wandergitarre den Schuhbus nimmt und Luftfahrzeuge nur aus Erzählungen kennt, die man abends am Lagerfeuer beim Wildzelten erzählt

Aber zurück zum Thema:
Da mein guter Kevin-Cedric nämlich nach eigener Aussage an Platzangst leidet und ihm auf Flügen schnell schlecht wird, wenn er nicht am Fenster sitzt, musste ich mit dem undankbaren Fleischlappenplatz im Reihen-Sandwich vorlieb nehmen und habe bei meinem Sitznachbarn Herbert (52, Metzgermeister, 189cm/kg, stark behaart) mal wieder die goldene Körperkontaktkarte gezogen.
Die drei Stunden Flug bei bestem Wetter habe ich jedenfalls auf einer Backe locker abgesessen, mehr konnte ich auch dank Herbert nicht in den Sitz pressen und KC wusste mich prima zu unterhalten.
Zuerst hatte er große Angst beim Start, dann hat er sich seinen Tomatensaft (ja, er trinkt wirklich Tomatensaft im Flieger) mit dem dazu bestellten Jägermeister (6,50 € für 0,04l) gestreckt und dann derart geschnarcht, dass ein kleines Mädchen einige Reihen vor uns anfing zu weinen, weil sie dachte, die Flugzeugturbine hätte einen Ausfall.

Am Flughafen in Antalya wurden wir dann nach einer kurzen, aber liebevollen Kontrolle, direkt in unser Hotel gebracht, welches eine gute Stunde vom Flughafen entfernt liegt.
Auf der Fahrt durch Antalya durften wir dann das erste Mal Lokalkolorit (Autohäuser, Tankstellen, Mobilfunkläden) schnuppern.
Das Hotel liegt an irgendeiner Straße am Meer und verdient vorerst keine weitere Beachtung oder wie KC sagte “Das soll kein Urlaub sein, wir sind hier zum arbeiten. Das ist unser Hauptquartier. Von hieraus erobern wir die Herzen der Touristen!”
Hätte er nicht sagen brauchen, denn unser Soutterain-Zimmer erweckt den Eindruck eines Themenraumes – “Des Hausmeisters Pausenbude” oder so.

Für morgen steht dann erstmal eine taktische Besprechung im HQ mit unserem “Road”-Manager an.
Laut KC ein enger Verwandter seines Nachbarn, der uns die Gigs wohl klar gemacht hat und uns wohl durch die Gegen kutschieren wird.

Man darf weiterhin gespannt sein und hoffen, dass wir dieses Mal ohne Teppich heimkehren werden!

Eintrag 0 – Ab in den Süden

Es ist soweit. Die Koffer sind gepackt und nachher fährt unser Stammwirt und Aushilfsroadie Bernd zum Düsseldorfer Flughafen.
Wir, das sind mein Manager Kevin-Cedric Winter (im folgenden wieder meist KC genannt) und ich Ronny Schimura, die Stimme von Wanne-Eickel.

Die Älteren werden sich erinnern, alle anderen können es in den alten Blogeinträgen lesen:
Bereits im Februar waren wir auf großer Deutschlandtour, auf der wir die schönsten Städte unserer Republik bereisten.
Doch jetzt soll laut KC der nächste große Schritt zum Global Mucker gemacht werden und wir begeben uns auf eine Konzertreise in die Türkei, wo ich an auserlesenen Lokalitäten vor einem elitären Publikum spielen werden.
Lange Rede kurzer Sinn: Hotelunterhaltung im besten Sinne!

Meine prall gepacktes Köfferchen wiegt laut Omas alter Waage (nix mit digital) 17,8kg, also sogar noch ein wenig Luft nach oben für Andenken und sonstigen Tinnef.

Ich werde mir Mühe geben, von Unterwegs aus zu bloggen, doch da niemand weiss, wie gut die Internetanbindung in unserem Hotel ist, kann es unter Umständen zu Verzögerungen kommen.

Also denn, Arrivederci oder wie man türkisch sagt “Keskin sirke küpüne zarar”!

Tag 26 – Wanne-Eickel – Abgeliefert

Ich habe ja damit gerechnet, dass wir noch den ganzen restlichen Februar on the road sind, aber da habe ich wohl die Rechnung ohne den Herrn im Himmel gemacht,
denn ab heute ist Fastenzeit und seiner Meinung nach ist es in der Fastenzeit schwer an lukrative Aufträge zu kommen, ausser bei Weight Watchers-Treffen und das wollte er mir nicht antun.
Also hiess es dann heute völlig überraschend: Aus, aus, aus… Deutschland wird Europameister und für Schimura ist die Tour zu Ende.

Tja, so ist das nunmal im Schlager-Geschäft.
Erst hat man keine Lust und wenn der Kater gerade auskuriert ist, dann gehts wieder heim.
Aber Ihr wisst ja: Hauptsache man hat abgeliefert!

Das war es also für die “Möbelhausmucker Tour 2/2012″.

Ihr als meine treuen Leser, habt mir mir gemeinsam folgende Strecke zurückgelegt. Immerhin über 1800km!

Daher haue ich mich jetzt mit ´ner Pulle Bier in die Wanne und verabschiede Euch mit den Worten von Peter Lustig:
“Ja, und ihr, ihr könnt jetzt, .. genau.. , abschalten.”

ENDE

Tag 25 – Weyersbusch – Testament

Oh Mann… KC ging es heute aber mal so richtig dreckig.
Nichtmal einen Rollmops wollte er haben.
Das ich ihn gestern auf seinen Teppich abgelegt hat, fand er auch nur bedingt witzig.
Jedenfalls hat er heute mal wieder bei einer ordentlichen Grundreinigung das Weyersbuscher Stromnetz an den Rande des Zusammenbruchs gebracht.
Doch nun genug vom Teppich, dieses exzellente Wunderwerk der Kinderknöpfkunst wird langsam eh recht blass.

Heute mittag habe ich es endlich mal geschafft, meine Jackets in die Reinigung zu bringen und versprühen nun, frisch wie sie sind, den Geruch einer wunderschönen Frühlingswiese.
Wenn ich mal von dannen gehe, dann verfüge ich hiermit, dass ich in einem frisch gereinigten Jackett zu Grabe getragen werde.
Gerne darf dabei “Für Immer Jung” von Karel Gott, der goldenen Stimme von Prag, gespielt werden.
Aber bitte im Orginal und nicht in der Version vom Pop-Gangsa Bushido.
Mann will den Gästen auf der Beerdigung ja nicht die Lust am Streuselkuchen verderben.
Ob die Jacob-Sisters wohl auch kommen werden?
Ich bin da ja nicht so wie der große Rudi Carell, der immer Angst davor hatte, dass Deutschlands beliebteste Pudelbesiter an seinem Grab flennen.
Meinetwegen können sie gerne kommen und auch gerne ein Lied zum besten geben.

Ob bei mir nach meinem Ableben auch so ein Kult entsteht?
Ich sollte wohlweislich für meine Erben schonmal das ein oder andere Lied aufnehmen und dann gut verstecken!

Ein Artikel von meiner Beerdigung in einer Klatschzeitschrift wäre auch wünschenswert und alle reden nur Gutes über mich und sind geschockt von meinem Tot.
Vielleicht reicht es Post-Mortem ja auch für einen Titel.
“Der Prinz von Wanne-Eickel” heisst ja leider schon ein Film, ist thematisch aber auch zu Nahe an Jürgen Drews und den Wendler.
“Hardest Working Man in Schlager Business” klängt toll, aber man will ja nicht töricht sein und den großen James Brown verunglimpfen.

Naja, ich würde mich auch mit einem Spruch von einem T-Shirt aus meiner exklusiven Kollektion zufrieden gebeb.
Dann aber bitte nicht “Autoscooterbabe”.
“Möbelhausmucker” oder “Büdchenbarde” würden mir wohl gefallen. Schön bescheiden und immer nah dran am Publikum.

Der Grabstein kann ruhig bescheiden sein.
Bei einem Mausoleum oder einer Statue würde in der schrecklichen Neiderwelt von Wanne-Eickel ja jeder “Da liegt er. Ronny der Großkotz!”
Das will man ja nicht über sich hören.
Lieber ein kleiner Stein mit der Aufschrift “Er ist immer Mensch geblieben”.
Das wär was.

Tag 24 – Straßenhaus – Heimweh

ARGH!

Ich hätte es wissen müssen.
KC hat mir heute zur Feier des Tages feierlich einen von ihn persönlich gekauften Berliner überreicht.
Und Zack, hatte ich die Schnute voller Senf, während KC vor lachen wieherte wie ein angeschossener Gaul!

Na warte, Freundchen! Sei Dir Deines verdammten Teppichs mal nicht zu sicher!
Die Rache eines Schimuras wird bitter werden.

Soweit, so gut.
Es ist jetzt 20:38, die Karnevalsmesse ist gelesen und ich bin froh, dass ich noch einigermassen die Tasten treffe.
Appelkorn ist echt ein Teufelszeug und KC habe ich fürsorglich schonmal in sein Zimmer verfrachtet.

Karneval, tolle Sache, muss ich jetzt keine Details bloggen, hat jeder schonmal selbst erlebt.
Oder wie ich immer sage “Wenn der Wind das Konfetti verweht, sieht man wo die Leute hingekotzt haben”.

Und übermorgen ist Aschermittwoch. Nach Senfgate heute, kann ich nur hoffen, dass für mich dann auch alles vorbei ist.
Gerade heute plagt mich doch die Sehnsucht nach meiner Dachgeschoßwohnung im schönen Wanne-Eickel, nur eine Zigarettenkippelänge vom nächsten Büdchen entfernt und immer nah dran am Puls der Zeit.
Die Sehnsucht nach einer ordentlichen Currywurst frisst mich so langsam auf, zum Glück kann ich aber immer noch widerstehen.
Das was sich hier Currywurst (oder Currywurscht) schimpft, ist eine wahre Schande.
Ich erinnere mich da noch mit Grausen an die schrecklichen Jumbo-Schreiner Besuche beim Currywurst-King von Frankfurt.
Bei Barte des Frank Zander, sowas gehört verboten und ein Currywurst-Reinheitsgebot sollte eingeführt werden.
Da würde ich ja eher in eine Mikrowellenwurst beissen, als mir das anzutun.

Allein schon der Flair einer richtigen Pommesbude…herrlich.
Die meisten vergleichen das ja gerne mit Ditsche. Ist überspitzt, trifft es im grossen und ganzen auch.
Ausser das der Typ hinterm Tresen bei uns meist eine ältere Dame ist und sie etwas kesser ist, als der.
Was aber auch nicht fehlen darf: Der obligatorische Münzspielautomat, gerne von der Firma Gauselmann.
Ihr wisst, ich habe/hatte eine Schwäche dafür…

So. Traurig soll man den abend ja nicht beschliessen, daher noch eine gute Nachricht.
Ich habe KC vorhin nicht nur in sein Zimmer verfrachtet, sondern ihn fürsorglich wie Vader Abraham auch auf seinen Teppich gebettet.
So voll wie der heute ist, dürfte er den Teil mit der Rache selbst erledigen.
Und wenn nicht, dann duftet der verdammte Teppich morgen früh wenigsten verführerisch nach einer Mischung aus altem Mann, Appelkorn und Ernte 23.

Hoffe Ihr habt morgen alle Rollmöpse im Kühlschrank!

Tag 23 – Höhr Grenzhausen – Boxenluder und Stammesgesänge

Freunde, vergesst alles, was ich gestern über die emotionalen Leute in Sing-Sing-Singhausen erzählt habe.
KC und ich waren gestern abend tatsächlich nochmal in der Pinte, um Boxen zu gucken und wäre der Herr Gegner, dessen Namen ich schon wieder vergessen habe, nicht deutlich zu spät aus seiner Kabine gekommen, hätte ich meine kleine Einlage gegen Freibier dezent vergessen können.

Beim heiligen Rex Gildo, ging es da während des Kampfes in der Kneipe ab.
Schon die Vorkampferstattung war ein Spektakel und der Wirt kam kaum mit dem Bierzapfen nach.
Als Anheizer gab es natürlich die Backpfeife noch einige Male zu sehen und dann hat der Herr sich auch noch verspätet.
Gut, dass war Grund genug für mich, die Meute mit sogenannten Stammesgesängen (laut Galileo ist das der Fachterminus für Schlachtengesänge) heiss zu machen.
Wir alle fühlten uns nach einigen runden Wodka (die der Wirt spendierte. Danke nochmal, Klaus!) wie Ukrainer der Herzen und statt der befürchteten Pflaume, gab es einen Gegner der mehr als nur mithalten konnte.
Das unser gefühlter Landsmann Vitali am Ende klar gewann, war dann leider nicht ganz berechtigt, aber zum Glück blieb die Kneipe weitesgehend heile.

Zu meiner Verwunderung war heute Mr. “Ich habe keine Pläte”-Kai Ebel einigermassen gut angezogen.
Ich beneide den guten Kai ja immer ein wenig um seinen Job.
Er fährt um die Welt, fragt die Leute hier und da nach ihrer Meinung, die ihn nicht interessiert und schaut sich abwechselnd Formel 1-Rennen und Boxkämpfe an, während ert abwechselnd Boxenludern oder Nummerngirls auf den Arsch schauen darf.
Und nach der Show gibts dann immer noch´nen Kurzen mit der Belle Etage.
Das Leben könnte es schlimmer mit einem meinen, oder?

Heute früh ging es dann in aller Herrgottsfrühe weiter nach Höhr Grenzhausen und unter uns: Ich habe heute keine Lust und hätte nix gegen einen weiteren Tag Pause, aber das Leben als musizierender Wandervogel ist nunmal kein Zuckerschlecken und so steht um 17 Uhr ein Konzert bei einer goldenen Hochzeit an, wie mir KC vorhin mitteilte.

Tag 22 – Singhofen – Sports Bar

Singhofen – Was für ein Name!
Da fühlt man sich als Musiker ja direkt bei der Ortseinfahrt hoch motiviert einen zum besten zu geben, aber KC wollte nicht am Ortseingangsschild anhalten, da er keinen Parkplatz sah und sich strikt geweigert hat auf einer Landstrasse zu parken.
Er ist da ja etwas eigen, wie ich vielleicht schonmal erwähnt habe.

Den heutigen Nachmittag haben wir in einer Pinte verbracht um uns die Fußball-Konferenz anzusehen.
Das sowas immer gleich den hochtragenden Namen “Sports-Bar” haben muss.
Es war (wie die meisten Sportbars) eine gewöhnliche Kneipe, mit´nem TV an der Wand, auf dem halt die Bundesliga lief.
An der Theke sassen ausser uns noch 5 andere Gestalten, denen es herzlich egal war, ob da gerade die Bundesliga zum letzten Mal in dieser Saison ohne Otto Rehagel stattfindet oder ob das Oberhaupt der katholischen Kirche sich bei “Unser Star für Baku” casten lässt.
Dieser Gleichmut hat mich dann doch sehr gestört und ich habe mich spontan entschlossen für den heutigen Tag mal Augsburg und Gladbach toll zu finden.
Letzteres, weil es in der Region hier, viele Lautern-Fans gibt.
Aber auch lautstarke Äusserungen meinerseits brachten leider nicht den Erfolg, sondern nur noch mehr Teilnahmslosigkeit.
Traurig.

KC war das natürlich alles höchstpeinlich und nach besonderen Stimmungsausbrüchen meinerseits, gab er den Herren die ein oder andere Runde Korn aus.
Freude sah auch anders aus.
Irgendwas ist bei denen im Leben wohl gehörig schief gelaufen.
Wie kann man nur so desinteressiert beim Thema Fußball sein?
Was früher der feine Unterschied zwischen katholisch und evangelisch war, ist ja (zumindest bei uns) der Unterschied zwischen Dortmund und Schalke.
Zugegeben, als Freund des Bochumer VFL komme ich mir da beizeiten immer ein wenig wie ein Neuapostole vor, aber auch kleine Kirchen wollen gefüllt werden.

Trotz des regen Interesses am Fußball, leerte sich die Kneipe nach Abpfiff in Windeseile und bei einem letzten Bierchen versprach KC dem Wirt noch, dass wir heute abend nach dem Konzert nochmal reinschauen und bei Interesse das ein oder andere Liedchen zum besten geben, vorrausgesetz es ist mehr los.
Es ist ja nicht immer so, dass ich mir vorkomme wie eine Kuh auf der Viehauktion, heute dann aber doch.

Man kann nur beten und hoffen, dass wir nicht noch an einem Juwellier vorbeikommen, bei dem KC mir dann ein “Kevin-Cedric”-Goldkettchen kauft, damit auch jeder weiss, wer beim Ronny-Schimura-Project das sagen hat.

Tag 21 – Bad Sobernheim – Höppschen auf Stöckschen

Der Blog hier soll eine Wohlfühlzone sein.
Bei mir werdet Ihr nichts über Wulff, Berlusconi und Co. lesen.
Moment, ich klinge ja wie Gottschalk.
Auch meine Click-Quoten sind ähnlich der Einschaltquoten des blonden TV-Engels.

Wie auch immer, ist Euch mal aufgefallen, dass es heutzutag nicht nur immer weniger Blogs gibt, auch die Stöckchen denen man befreundeten Blogs gerne zugeworfen hat, sind wohl ausgestorben.
Zeit das mal wiederzubeleben, also habe ich von der Seite http://www.stoeckchen-blog.de mal wahllos einen ausgewählt

Wie alt wirst du in 3 Monaten sein?
So alt wie jetzt. Wir Schlagersänger sind ja quasi zeitlos jung.

Denkst Du, Du wirst bis dahin verheiratet sein?
Auf einem Ronny Schimura-Konzert ist alles möglich.

Was ist zurzeit dein Klingelton?
Fronkreich, Fronkreich von den Bläck Föös.

In wie vielen Städten hast du bisher gelebt?
Einmal Wanne-Eickel, immer Wanne-Eickel.
Aber in den letzten drei Wochen habe ich in 20 verschiedenen Orten und 6 oder 7 Bundesländern genächtigt.

Bevorzugst Du in Schuhen herumzulaufen, auf Socken oder barfuss?
Mache ich Hippie-Mucke?

Was ist deine Lieblingseiscreme?
Flutsch-Finger. Hihihi.

Hast du eine bestimmte Art und Weise, wie du im Bett schläfst?
Mit geschlossenen Augen.

Bist du eine laute Person?
Das ist mein Beruf.

Wie alt bist du?
Siehe oben.

Kannst du Poker?
Ohne anzügliche Witze: Ja.

Schon mal jemanden geküsst, deren oder dessen Name mit “D” anfängt?
Da ich ja auf der Bühne ständig geherzt werde und in meiner Zielgruppe Namen wie Dörthe oder Doris häufig vertreten sind, ist das gut möglich.

Würdest du deine Nase piercen lassen?
Bin ich ein Zuchtbulle?

Bist du neugierig?
Warum?

Kennst du eine, die schwanger ist
KC sagt, ich soll sagen: Auf keinen Fall von mir!

Würdest du ohne deine Eltern zurecht kommen?
Dafür habe ich KC.

Letzter Film, den du gesehen hast?
Didi und die Rache der Enterbten

Ist es in der Regel einfach für andere, dich zum Lachen zu bringen?
Ich kann das auf Kommando.

Was hast du zuletzt in deinen Mund geschoben?
Punkt 11 eine Banane. Es wird Zeit für die Mittagspause!

Wer hat zuletzt für dich gekocht?
Keine Ahnung wie die heisst. Aber die Köchin in der Pension heute morgen in Dingsbums… Namen schon wieder vergessen.
Altes Problem von Musikern auf Tour.

Wer hat dich zuletzt angerufen?
Mein Manager Kevin-Cedric Winter, als ich gestern bei der Weiberfastnachtsfeier ein wenig die Zeit verloren haben.

Liest du den Sportteil der Zeitung?
Ausschliesslich!

Was für Bilder hängen in deinem Zimmer?
In dem Pensionszimmer jetzt?
Na typische Kunsdrucke mit Bäumen und Wiesen.
Nackte Frauen wären mir lieber, gibt es aber in anständigen Pensionen eher selten.

Letzes Buch was du gelesen hast?
Gästebuch heute morgen bei der Abreise.
Hab auch KC wieder schmutzige Bilder unter seinem Eintrag gemalt.

Wie siehst du aus: Wie Mama oder Papa?
Also wirklich.

Wenn du für den Rest deines Lebens nur noch ein einziges Getränkt zu dir nehmen dürftest, welches wäre das?

Pilsbier!

Was liegt rechts neben dir?
Die Wand von meinem Einzelzimmer. Weisse Rauhfaser. Sehr künstlerisch und detailverliebt.